Der Sternenblog - Beitragsarchiv August 2021

31.08.2021

Der Zeitslot war heute kurz, denn es zog Nebel auf. Hier noch ein Jupiter mit den veränderten Parametern TeleVue 2,5x Barlow, ADC und IR-Blockflilter :

Jup310821 3

Mit Mond "Callisto" - größerer Aufnahme-Bildausschnitt (= ROI, Region of Interest), weniger frames pro Sekunde:

Jup310821 2

 

30.08.2021

Endlich eine klare Nacht und ein weiterer Zwischenbericht meiner "Bemühungen" um ein gutes Planetenbild.

Die Hardware-Seite habe ich aufgerüstet: TeleVue 2,5x Barlow, Optolong IR/UV-Cut-Filter und ADC. Ich hatte zuerst ein bisschen Bedenken, ob ich mit dem ganzen Zubehör in den Fokus komme, denn die "Imaging-Train" ist jetzt deutlich länger:

imagetrain

Zuerst hatte ich tatsächlich Probleme - der Stellweg meines ZWO EAF war scheinbar nicht richtig justiert.
Mit abgebautem EAF komme ich aber problemlos in den Fokus - ich habe zuerst an einem entfernten Baum und dann am Stern scharf gestellt.
Zum Justieren am Planeten habe ich aufgrund meines schmalen Sichtfensters leider immer nur wenig Zeit.
Zur Verdeutlichung: zwischen diesen Bäumen und dem Hausdach ist meine Lücke (hier ist gerade der Jupiter zu sehen, der Saturn ist schon hinter dem Haus verschwunden und steht noch tiefer):

luecke

Die "Transitzeit" ist also relativ kurz. Erstaunlicherweise ging die (erstmalige) Justage des ADC aber gut von der Hand und ich hatte recht schnell ein brauchbares Ergebnis bei der Dispersions-Korrektur.

Die Frage ist: hat der IR-Cut-Filter, die TeleVue und der ADC den erhofften Erfolg gebracht?  Bisher hatte ich leider kein Aha-Erlebnis. Ich glaube, das Seeing war mal wieder Schuld, denn die Planeten wobbelten in der Vorschau mal wieder ordentlich hin- und her.
Ist das evt. sogar der vom (Reet-)Dach oder von den Bäumen aufsteigenden warmen Luft geschuldet?  Da die Wetterprognose gut ist, werde ich weiter probieren. Mit einem vernünftigen Jupiter kann ich nicht dienen, denn ich war nicht im Fokus.

Der Saturn - naja - so wie beim letzten Mal würde ich sagen.

Und dann - ja dann habe ich etwas evt. verwerfliches und unastronomisches getan: ich habe die Bilder/Farbkanäle vom 24.08. hochskaliert (weil ohne Barlow aufgenommen), ausgerichtet und mit der Aufnahme vom 30.08. verschmolzen (wie beim Deepsky...). Ohne Derotation oder sonstwas. Sowas tut man vermutlich nicht, das Ergebnis hat mich aber trotzdem einigermassen angesprochen:

sat22

Während ich mich mit den Planeten abgemüht habe, konnte immerhin einen Schnappschuss aus dem inneren unserer Heimatgalaxie machen:

Milchstrasse über unserem Haus, Einzelbild, 20s belichtet, keine Nachführung, Canon EOS 200D mit Samyang AF 14/2,8 ISO 1600, f/2,8:

mw300821 2

Stack aus 8x20s Lights, 8 Darkframes, Canon EOS 200D mit Samyang AF 14/2,8 ISO 1600, f/2,8:

mw300821

29.08.2021

Das Wetter ist gruselig, der Himmel ist dauerhaft bedeckt und es regnet.

Zeit für ein paar weitere Experimente mit der Bildverabeitung meines Saturn-Bildes. Ich habe das RGB-Bild testweise in Einzelkanäle zerlegt. Dabei konnte ich feststellen, dass der Rot-Kanal am schärfsten ist und der Blau-Kanal fast nicht zu gebrauchen:

Rot-Kanal:   Grün-Kanal:   Blau-Kanal:
         
rot2   gruen2   blau2

 

Die optischen Elemente im Strahlengang (beim meinem SCT ist es die Schmidtplatte) führen zu unterschiedlichen Brennpunkten der einzelnen Farbkanäle.

Bei Blau zeigt sich das extrem, weil die kürzesten Wellenlängen am anfälligsten für Seeing-Probleme sind.

Ein guter Trick ist, den separierten Rot-Kanal als Luminanz-Layer in das Gesamtbild einzufügen - dies bringt nochmal deutlich mehr Details zum Vorschein:

saturn240821 3

25.08.2021

Wieder eine Jupiter und Saturn-Session. Ich konnte einige Frames sammeln - wieder ohne Barlow - das hat nicht funktioniert.

Bildverarbeitungstechnisch  habe ich nochmal "alles gegeben". Im PIPP Join-Modus habe ich alle Saturn-Videos einer Session zusammengefügt - das ergab ein AVI mit 95.500 frames. Davon habe ich die besten 1% gestackt.
Ausserdem habe ich mit der neuen Adobe "Super Resulution" experimentiert. M.E. entspricht diese Funktion in etwa dem Drizzle im Autostakkert, das Ergebnis ist aber subjektiv etwas besser:

saturn200821 2

Ich habe jetzt eine TeleVue 2,5" Barlow sowie ein Optolong UV/IR-Cut-Filter geordert und hoffe, dass das den ersehnten Qualitäts-Sprung bringt.

jup250821

24.08.2021

Ein kleiner Zwischenbericht zum "Fortschritt" (falls man das so nennen kann) meiner Planeten-Fotografie.
Der Himmel war gestern Nacht absolut klar - leider hatte ich - mal wieder - mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen.

Zuerst die gute Nachricht: die Kollimation scheint zu stimmen. Ich habe nochmal am Stern mit verschiedenen Fokusstufen kontrolliert - das sieht für mich alles sauber aus.
War mir gar nicht gut gefallen hat, ist die Barlow. Ich habe am Stern - mit Barlow - fokussiert. Das hat auch soweit geklappt.
Das händische Ansteuern der Planeten - vor allem bei Saturn - war dann aber ganz doof.
Es gibt - bedingt durch die Brennweite - nur ein winziges Zielfenster um das Teil auf den Schirm zu bekommen.

Ich habe mit gelösten Achsklemmen versucht, den Planeten anzusteuern. Ein Auge am Zielfernrohr und das andere auf dem Laptop-Bildschirm. Keine Chance... sobald Saturn im Augenwinkel auf dem
Laptop zu sehen war habe ich versucht "blind" die Achsen festzuklemmen - und weg war er wieder. Vermutlich ist mein Zielfernrohr ein μm daneben.
Und leider habe ich zu spät begriffen, dass man den Button der Spiralsuche im EQMOD gedrückt halten muß.

Da ich wie gesagt nur eine winzige Lücke zwischen Baum und Haus habe, war Saturn dann schonmal Geschichte, bevor ich ihn einfangen konnte.
Zu allem Übel ist mir dann auch noch meine Kamera aus dem OAZ gerutscht - der Fall in den Dreck wurde durch das Filterwheel etwas abgemildert.
Die Fokuseinstellung war natürlich dahin. Immerhin durften meine Nachbarn ein paar neue Flüche lernen.

Jupiter war dann wegen der Größe und Helligkeit einfacher anzupeilen. Ich hatte den Eindruck, dass das Bild mit Barlow unschärfer ist, also habe ich die schlussendlich weggelassen.
Ich habe - durch Definition einer ROI - auch endlich eine hohe Framerate erreicht. Insgesamt schien mir aber die Luftunruhe viel größer als beim letzten Mal, das Bild hat in der Vorschau ganz schön "gewobbelt".

Ich habe 7 ser-files mit je ca. 20.000 frames aufnehmen können. Ich denke, dass das der Weg zum Erfolg sein könnte. Die noch nicht perfekte Qualität scheint mir durch die Luftunruhe bedingt.

jup240821

Ich habe mich auch an der Derotation in Winjupos versucht. Geholfen hat mir dabei das Video von Dylan O'Donnel.
Das Derotieren scheint mir gelungen zu sein, allerdings ist das Ergebnis nicht soo viel besser als der Einzelstack. Es waren aber auch nur 7 Stacks:

jup der

Um die recht schnelle Rotation während meiner kurzen Jupiter-Aufnahme von 0:25h bis 0:56h (= 31 Minuten) zu dokumentieren habe ich dann noch mal mit PIPP eine Animation erstellt:

jup1d ani

 

21.08.2021

Es ist Planetenzeit. So richtig zufrieden war ich mit meinen Ergebnissen diesbezüglich bisher nicht und der Jupiter stand vorgestern Nacht in Opposition - also an seinem erdnächsten Punkt. Eine gute Gelegenheit für ein Planetenfoto. Zum Zeitpunkt der Opposition war es leider bewölkt - deshalb kommt mein Test einen Tag verspätet.

Eine gute Kollimation - also die Ausrichtung der Spiegel des Teleskopes -  ist für ein gelungenes Planetenfoto essentiell. Mein C11 ist ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop, das kann man nicht so einfach mit einem Laser kollimieren wie bei einem Newton. Beim Schmidt-Cassegrain wird ein heller Stern angefahren und dieser wird unscharf gestellt. Der Stern sieht dann aus wie ein "Donut" und das Ziel ist, mithilfe der 3 Stellschrauben an der Frontplatte den Fangspiegel so zu verstellen, dass das Loch des Donuts zu allen Seiten den gleichen Abstand hat. Leider kommt man an die Verstellschrauben nur bei abgenommener Taukappe dran. Und weil an meinem Standort (Marschland) die Luftfeuchtigkeit immer relativ hoch ist, ist die Schmidtplatte ohne die Taukappe immer sofort beschlagen. Ich musste also immer wieder zwischendurch mit dem Fön dran. Außerdem verschwindet der Ausrichtstern nach jeder feinen Bewegung der Verstellschrauben aus dem Blickfeld und das Telekop muß nachgeschwenkt werden. Insgesamt ein ziemlicher Krampf - hier das Ergebnis meiner Bemühungen:

collimation

Ein weiteres Problem: die atmosphärische Dispersion.

Die Planeten Saturn und Jupiter stehen im Norden Deutschlands momentan recht tief über dem Horizont. Die Erd-Atmosphäre ist also im Weg, Licht unterschiedlicher Wellenlängen wird von ihr unterschiedlich stark gebrochen, die Objekte bekommen einen roten und blauen "Farbsaum". Abhilfe auf der Hardwareseite schafft ein sogenannter ADC (ein "Atmospheric Dispersion Corrector").

Die Krux dabei ist - ich habe sogar einen - ich weiss nur nicht wo. Ich hatte den letztes Jahr zur Planeten-Saison bestellt. Leider hatte das Teil mehrere Wochen Lieferzeit und als er ankam, waren die Planeten weg. Ich habe ihn dann in irgendeine Schublade gelegt - nur in welche?

Zur Umschiffung der Dispersions-Problematik kann man in Programmen wie Registax oder Giotto die Rot- und Blau-Farblayer gegeneinander verschieben, das habe ich dann auch getan.

Zur Verdeutlichung des Problems - hier die Jupiter-Rohdatei ohne Korrektur. Man sieht es am Planeten aber besonders an den beiden Monden Io und Europa.

Falls es tatsächlich die Monde sind - es könnten auch Klingonenschiffe mit Backbord/Steuerbord-Positionslicht sein...:

ad

In meiner Aufnahmesoftware "Firecapture" hatte ich zusätzlich mit einer niedrigen Framerate zu kämpfen. Das lag daran, dass ich ein Vollbild aufgenommen habe und keinen Bildausschnitt für die Aufnahme (ROI = Region of Interest) definiert hatte. Je kleiner das Bild, desto mehr Bilder pro Sekunde kann der Rechner aufnehmen. Eine hohe framerate ist besser, denn kurze Belichtungen frieren die Luftunruhe ein.

Die Stacking-Software "Autostakkert" analysiert die aufgenommenen Bilder nach Qualität und man kann definieren, wieviel Prozent der besten Bilder mann verwenden möchte: (1% = nur die besten 1%, 100%= alle).

Viele sagen, zwischen 25% und 50% des Materials ergeben das beste Stack-Ergebnis, ich konnte die meisten Strukturen und Feinheiten allerdings bei einer Verwendungsrate von 1% ausmachen:

stack

Zum Schluß habe ich nochmal versucht, "bildbarbeitungs-technisch" alles herauszuholen, was geht.

Ich habe - bevor ich die wavelet-Filter in Registax angewendet habe - eine erste Schärfung mit dem Mexican-Hat-Filter in Giotto durchgeführt. Hier hat Dreieck und Butterworth-Filter zum meiner Meinung nach besten Ergebnis geführt.

Beim Saturn habe ich die Ergebnisse aus 5 Stacks nochmal gestackt. Beim Jupiter geht das aufgrund der schnellen Rotation nicht. Jupiter Bilder kann man mit einer speziellen Software (Winjupos) derotieren, das habe ich aber bisher nicht geschafft.

Beide Planeten habe ich dann zum Schluß nochmal durch eine Dekonvolution geschickt.

Ich denke, die Strategie wird erstmal das Setzen eines ROIs zur Erhöhung der Framerate sein und evt. nochmal eine Barlow-Linse zur Erhöhung der Brennweite zu testen.

Hier das "vorläufige" Endergebnis:

Jupiter mit Monden Io (oben) und Europa (unten)

jup11

Saturn:

sat30

 

14.08.2021

Für letzte Nacht hatte ich den APO abgebaut und das C11 wieder auf die Montierung gesetzt. Mein Ziel war der "Hantelnebel" M27.

Leider war die Session etwas "holprig". Erstmal mussten diverse Parameter wie Fokus, Brennweiten für das Platesolving, usw. neu eingestellt werden.

Trotz genauer Fokussierung sind einige Sterne "oval" geraten - ich denke, das C11 sollte dringend mal kollimiert werden.

Meine Omegon Guiding-Kamera hat zwischendrin 3x ausgesetzt ("Kamera antwortet nicht"), nachdem ich den USB-Stecker gezogen hatte ging es dann wieder.

Und zwischendrin immer wieder Wolken, Guidestar verloren, uvm.

Naja - letzendlich konnte ich 273 brauchbare frames a 20 Sekunden stacken - das entspricht 1,52 Stunden.

Aufnahmedaten:

Datum: 14.08.2021

Teleskop: Celestron C11 | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 273x20s ohne Filter = 1,52h | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 29 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

M27kl

 

13.08.2021

Der Himmel war bei uns gestern Nacht durchgehend bewölkt und ich hatte die Hoffnung auf ein Perseiden-Foto aufgegeben.
Heute Morgen habe ich dann die nächtliche Ausbeute meiner Allsky-Kamera gesichtet.
Und siehe da: um 23:36Uhr hat es ein besonders heller "Kaventsmann" trotz dichter Wolkendecke auf ein Foto geschafft:

perseiden120821 3

 

12.08.2021

Zur Abwechslung mal ein offener Sternhaufen: der NGC6823, eingebettet im Emissionsnebel NGC6820 im Fuchs.
Ich konnte in 1,5 Nächten 129x200s Licht sammeln. Da es aber immer mal wieder eine Wolke zwischendurch gab, habe ich die Sammlung auf 60 brauchbare frames reduziert.
Ich bin mir nicht so ganz sicher mit den Gradienten im umgebenden NGC6820. Laut Astrobin ist der Nebel eher bräunlich und ich habe versucht, das so gut wie möglich herauszustellen.
In diesem Zusammenhang habe ich übrigens erstmals das PS Plugin "Hasta la Vista Green" ausprobiert, das das grüne Farbrauschen reduziert.
Ob ich's insgesamt gut gemacht habe weiss ich nicht - mehr bringe ich jedenfalls erstmal nicht heraus.

Crop:

NGC6823 1crop4kl

 

NGC6823 eingebettet in den NGC6820 Emissionsnebel:


NGC6823 1kl

Aufnahmedaten:

Datum: 10. u. 11.08.2021

Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 60x200s ohne Filter = 3,33h | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 28 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

11.08.2021

Der Himmel war vorgestern und gestern Nacht gnädig und ich konnte wie geplant meine Bilder von der "Knochenhand" mit dem OIII-Filter machen.

Mein erstes Bicolor-Bild:

ngc6995 1

Aufnahmedaten:

Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 22x200s Hα + 27x200s OIII = 2,72h | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 28 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS | Filter: Omegon Pro Hα 1,25" 12nm, Omegon Pro OIII 1,25" 12nm

Nachbearbeitung:

Ich konnte insgesamt 21x200s Hα sowie 27x 200s OIII verwenden.

Nach dem Stack in AstroPixelProcessor (Hα und O3 getrennt mit dem jeweiligen Algorithmus) habe ich in Pixinsight gestretched. Danach habe ich mit Starnet++ je eine "starless"-Version des Hα- und OIII-Stacks erstellt.

In PS habe ich den Hα Layer auf den Rot-Kanal gelegt und den OIII-Layer auf G+B. Dann habe ich den Grünanteil reduziert und div. Filter/Rauschfilter eingesetzt.

Zum Schluss habe ich aus dem Hα-Stack die Sterne extrahiert und auf das Bicolor-Bild obendrauf gelegt. Und - urlaubsbedingt - alles direkt nach der "Nachtschicht"! :)

Um 0:40 Uhr war der Meridian-Flip dran. Als ich raus bin um den zu kontrollieren, habe ich mich spontan entschieden, dass es genug ist mit dem OIII. Ich habe also schnell meine O3-Flats erstellt und bin dann für den Rest der Nacht auf dem NGC6823 geschwenkt.

Ab 1:45Uhr gab es jedoch ein paar Wolkenfelder, so dass ich nicht "so ganz viele" gute Frames sammeln konnte. Der Wetterbericht sagt allerdings f.d. kommenden Nächte einen klaren Himmel voraus.

 

10.08.2021

Zwei kurze Wolkenlücken zu jeweils einer Stunde hatte der Wettergott bereitgestellt. Carpe Noctem - neuer Nebel, neues Glück! Ich habe begonnen, ein Bicolor-Bild vom südlichen Teil des Cirrus-Nebels (NGC 6995) zu erstellen. Dieser Teil wird auch "die Knochenhand" genannt.

Der Cirrusnebel im Sternbild Schwan ist ca. 2400 Lichtjahre entfernt. Es handelt sich um den Überrest einer Supernova.

Für das Bicolor-Bild benötige ich Aufnahmen der Wasserstoff- und der Ozon-Emissionen dieses Nebels. Die Nacht war ergiebig genug, um 21x200s mit dem Hα-Filter aufzunehmen - als nächstes folgt dann ein OIII-Bild.

Hier die (entsternte) Hα-Aufnahme:

cirrus7sl sm

Und noch ein Logbuch-Eintrag In der Kategorie "Dinge, die bei der Astrofotografie schiefgehen können":

Ich habe - als Schutz vor Feuchtigkeit - immer ein Handtuch über den aufgeklappten Laptop gelegt. Dadurch entsteht so eine Art Zelt und durch die Eigenwärme des Rechners bleibt alles taufrei und trocken. Als ich draussen den Meridian-Flip kontrollieren wollte, lag unser Kater drauf (schön warm!) und hat alle Tasten gleichzeitg gedrückt...

09.08.2021

Das Ergebnis der Hα-Nacht ist... sagen wir mal "durchwachsen". Da konnte die Nacht aber nichts dafür. Die Wolkenlücke war tatsächlich 3 Stunden lang/groß und ich habe sie buchstäblich bis zur letzten Minute ausgekostet - meine Flats waren 2 Minuten bevor der Regen kam fertig. Aber das Ergebnis ist so... naja. Das reine Hα (33x200s = 1,83h) sieht ja schon mal ganz schick aus (starless-Version):

NordamerikaHAsl6kl

Beim "verheiraten" mit dem RGB ist mir dann aber aufgefallen, dass das Blindsolving das Teleskop scheinbar nicht exakt auf die gleiche Position wie bei den RGB-Aufnahmen geschickt hat - warum auch immer.

Ich mache zum Schluß im APT immer nochmal ein Goto++ mit AIM - aber es fehlte ein Zentimeter.

Ich musste nach dem Zusammenfügen in PS ein gutes Stück des Nebels abschneiden.

Vom Grundsatz her habe ich den Hα-Layer in den Rotkanal des RGB-Bildes kopiert und habe zusätzlich nochmal einen kompletten Hα-Layer als Luminanz-Layer in das komplette Bild kopiert.

Das habe ich alles an "starless-Versionen" gemacht und die Sterne dann nochmal obendrauf gelegt. Hier das Ergebnis:

Nordamerika HA RGB6kl

 

08.08.2021

Die Wetterapp hatte mal wieder unrecht. Schon um 19Uhr war mir die Lücke über Holland aufgefallen und um 23Uhr hatte Sie dei Elbe überquert. 3 Stunden Sternenhimmel!

Ich habe sofort APT angeschmissen um weiteres Material für mein Bild vom Nordamerika-Nebel zu sammeln, diesmal mit Hα-Filter:

apt080821

Während die Aufnahme lief, habe ich mit der Canon-Kamera ein paar Milchstrassen-Schnappschüsse gemacht. Da ich die Kamera nicht nachgeführt habe, habe ich mich auf 20s Belichtung beschränkt.

Zum ersten Mal habe ich versucht, diese Aufnahmen zu stacken - das ist dabei herausgekommen:

Milchstrasse 19x20s Stack, 8 Darkframes:

mw090821 2

Milchstrasse 4x20s Stack, 4 Darkframes:

mw090921 4kl

Und - zum Vergleich - ein Einzelbild a 20s:

mw09082021 2kl

07.08.2021

Es gab (schon wieder) eine kurze Lücke zwischen den Unwettern - zwischen 0Uhr und 1:30Uhr war es klar bei uns. Ich habe den APO "schnell mal" auf den Nordamerika-Nebel gehalten.
Herausgekommen sind immerhin 22x200s = 1,22h Belichtungszeit - dann kamen die Wolken zurück.
Erwähnenswert wäre evt. noch, dass in JEDEM frame eine Satelliten-Spur zu sehen war.
Glücklicherweise hat die "outlier rejection" in APP einen hervorragenden Job gemacht - ich habe "kappa high" auf 2.0 gestellt - danach war nichts mehr davon zu sehen.
Eventuell stünde diesem Nebel noch ein wenig Hα gut zu Gesicht - ich werde das bei nächster Gelegentheit nachholen.

Aufnahmedaten:
Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 22x200s = 1,22h ohne Filter | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 28 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

Nordamerika1a

"Starless" Version (Sterne mit Starnet++ herausgerechnet):

Nordamerika sl2 

06.08.2021

Nachdem ich meine Session des Herznebels wegen aufziehender Bewölkung abgebrochen hatte und sich nach Erstellen der Flats dann doch noch eine Lücke ergab, hatte ich vor ein paar Tagen schon ein paar Lights von M31 eingefangen.
Letzte Nacht gab es hier ab ca. 2Uhr eine weitere Lücke - da habe ich mir doch gleich mal den Wecker gestellt und den Andromeda-Stack um etwas Belichtungszeit ergänzt.

Es sind jetzt insgesamt 330x20s geworden, davon ging jedoch einiges wegen Satellitenspuren oder kleineren Wolkenfeldern in die Tonne.
Ich konnte 211x20s brauchbare Frames verwerten, das sind 1,17 Stunden Belichtungszeit.

Gestackt habe ich in APP, gestreched + DBE in PI. Dann habe ich eine sternlose Version mit Starnet++ erstellt und in PS beide Versionen "verheiratet".
Folgende Filter habe ich in PS verwendet: GradientXTerminator, Astroflats Pro, CameraRAW, Luminar 4

Aufnahmedaten:

Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 211x20s = 1,17h ohne Filter | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 29 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

Andromeda0821 3

 

03.08.2021

In der Nacht vom 02. auf den 03.08. hat es dann doch noch ein wenig "clear skies" gegeben. Es war nicht durchgehend wolkenfrei, aber ich konnte immerhin meine ersten "Widefield-Aufnahmen" mit dem 72mm APO machen.

Hier der Herznebel NGC896, belichtet mit 21x300s = 1,75h:

herznebel1

Gegen 1:30Uhr ist ein größeres Wolkenfeld aufgezogen, ich musste die Aufnahme des Herznebels also abbrechen. Später gab es dann wieder eine kleine Lücke und ich konnte noch 40x20 Sekunden (=13,33 Minuten) Licht von der

Andromeda-Galaxie M31 einfangen:

Andromeda0821 3 old

02.08.2021

Machen wir das Beste draus - die Wolken von heute Vormittag gibt es unter Atmosphärische Beobachtungen...

020821 3 kl

 

01.08.2021

Der August fängt an, wie der Juli aufgehört hat - Wolken, Wolken, Wolken. Am Himmel ein schönes Schauspiel aber mit Deepsky-Aufnahmen mit dem neuen APO wird es wohl erstmal nichts.

010821 3 kl

010821 1 kl

010821 7 kl

 

Blog Aktuell08-202107-202106-202105-202104-202103-2021