Der Sternenblog - Beitragsarchiv November 2021

30.11.2021

Im Laufe der Nachbearbeitung eines  Astrofotos empfiehlt es sich, die Sterne und den Hintergrund getrennt zu bearbeiten. So lassen sich Nebelbestandteile hervorheben, ohne Farbe und Struktur der Sterne negativ zu beeinflusssen.

Die Sterne werden hierzu mit einer Software entfernt und später als Layer auf das fertig bearbeitete Deepsky-Objekt draufgelegt. Die Sterne in meinen Astrofotos hatte ich bisher immer mit der Software "Starnet++" entfernt. Heute hat mich ein User im Astrotreff-Forum auf das neue Photoshop-Plugin "StarXTerminator" von Russel Croman aufmerksam gemacht. Von rc-astro habe ich bereits den GradientXTerminator, den StarXTerminator kannte ich noch nicht. Ich habe mir das gerade mal installiert und ich muß sagen, dass ich total von den Socken bin.

Hier ein schneller Vergleich mit dem Summenbild der ersten (von mittlerweile 4...) Session des vdb152:

Entsterntes Bild mit Starnet++:

vdb152 starnet

Entsterntes Bild mit StarXTerminator:

vdb152 starx

Man kann die Anwendung des Filters sogar mehrfach wiederholen, ohne dass der Nebel-Bestandteil merklich leidet. Es wird nach jedem Durchgang etwas besser:

vdb152 starx2

Abgesehen vom besseren Ergebnis geht das viel, viel schneller als mit starnet++. Ich bin begeistert und habe mir gerade die Vollversion(59,95$) lizensiert.
Sobalb man mit einem besser entsternten Hintergrund arbeitet, werden schon viel mehr Nebeldetails sichtbar:

vdb152 3

 

27.11.2021

Der Mars ist für ein Foto momentan nicht dicht genug dran und der Himmel ist grau, grau, garu. Ich habe mich also in der Recycling-Tonne bedient und habe drei "Marse" aus September und Oktober 2020 zusammengestellt.

Ich hatte damals noch die "Omegon veLOX 290c Color" in Benutzung, das war eine meiner ersten Astro-Kameras. Später habe ich die Omegon als Guiding-Kamera abgestellt und inzwischen ist sie kaputt.

mars09 10 2020


Aufnahmedaten:

Datum: 09./10.2020 Nachbearbeitung am 27.11.2021
Teleskop: Omegon Pro Newton N203/1000 | Kamera:Omegon veLOX 290 C Color | 2x Barlow

 

25.11.2021

Ein crop des Herznebels - der IC1795 Fisch-Head-Nebula:

ic1795


Aufnahmedaten:

Datum: 03.08.2021, Crop und Neubearbeitung am 25.11.2021
Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 21x300s = 1,75h ohne Filter | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 29 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

21.11.2021

Heute war es ca. 2 Stunden komplett wolkenfrei, der Rest war nicht Fleisch nicht Fisch. Es war außerdem Vollmond, aber ich konnte immerhin weitere 30x200s = 1,67h  Hα-Frames für mein vdb152 sammeln.

Im Summenbild hat das aber noch keine gravierende Verbesserung gebracht, ich werde also weiter sammeln.

18.11.2021

Das Wetter spielt leider nicht mit. Seit vielen Tagen ist der Himmel durchgehend bewölkt. In zwei Tagen ist dann auch schon wieder Vollmond - es wird also vorerst nichts mit der Astrofotografie.

Dafür habe ich aber einen weiteren Crop erstellt - diesmal aus der M31 Andromeda-Galaxie - den Sternhaufen NGC 206:

NGC206 1

Aufnahmedaten:

Aufnahmedatum: 06.06.2021, Crop und Nachbearbeitung am 18.11.2021
Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 211x20s = 1,17h ohne Filter | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 29 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

 

13.11.2021

Und hier ein crop aus dem IC434 - der NGC2024 Flammennebel. Die Bearbeitung war nicht einfach, da der extrem helle Alnitak alles überstrahlt. Ich konnte den Stern mit einem Radialfilter im Camera-Raw von PS etwas "bändigen":

NGC2024 1

Aufnahmedaten:

Datum: 02.11.2021
Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 250x20s ohne Filter/RGB = 1,38h | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 28 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

12.11.2021

Schlechtwetterbedingt hier eine weitere "Bearbeitung von Altmaterial": die "The Great Cygnus Wall" im NGC7000 Nebel (crop aus der NGC7000-Aufnahme):

Cygnus Wall 1

Aufnahmedaten:


Aufnahmedatum: 07. und 08.08.2021
Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera ZWO ASI293MC Pro |Temp: -10°C | Belichtung: 22x200s RGB und 33x200s Hα = 3,05h | 20 Darks, je 60 Flats und Darkflats, 30 BIAS

10.11.2021

Es war eine Gratwanderung mit den Wolken in der letzten Nacht. Die Wolkengrenze lag mal wieder genau über mir und meinem Teleskop. Immerhin konnte ich 70x200s brauchbare Hα-Frames für den vdB152 sammeln.

Das reicht zwar bei weitem noch nicht, aber es sind bereits mehr Details der roten Staubbänder der Supernova-Reste im Hintergrund erkennbar. Die Gesamtbelichtungszeit für dieses Objekt ist jetzt auf 10,28h gestiegen:

 

LBN531 RGB6

crop:

LBN531 RGB6 crop

 

04.11.2021

Hier eine schlechtwetterbedingte Neubearbeitung eines meiner "ersten Orions" vom 20.02.2021Beim Original war der Kern ausgebrannt (Anfängerfehler... ) und ich habe in den Tiefen meiner Festplatte einen Einzelframe gefunden und als Pflaster für die Brandwunde eingefügt.
Die Sterne haben bei der Operation ein wenig gelitten, denn ich habe Bilder verschiedener Auflösung und unterschiedlicher Dateiformate in PS miteinander verheiratet:

orion nebel7


Aufnahmedaten:

Aufnahmedatum: 20.02.2021, Neubearbeitung 04.11.2021
Teleskop: Omegon ProNewton N 203/1000 | Kamera ZWO ASI293MC Pro |Temp: -10°C | Filter: Omegon Pro UHC | Belichtung: 31x300s = 2,58h | 20 Darks, je 60 Flats und Darkflats, kein BIAS

 

03.11.2021

Das schlechte Ensternungs-Ergebnis beim vdB152 könnte evt. daran liegen, das ich keinen UV/IR-Cut-Filter verwendet hatte. Der Infrarot-Anteil bläht die Sterne stark auf, eventuell hat Starnet++ ein Problem damit.

Letzte Nacht konnte ich weitere 33x200 Minuten auf diesem Objekt belichten. Ich habe den UHC-Filter benutzt, im Nachhinein die falsche Wahl, denn dieser Filter hat vollen IR-Durchlass.

Ich werde für weitere Belichtungen mal meinen Optolong testen, der lässt alles von der lässt 420-680nm durch und der Rest wird geblockt. Unabhängig vom schlechten Entsternen haben die zusätzlichen 110 Minuten m.E. schon ein klein wenig mehr Details zum Vorschein gebracht. Die roten Staubfahnen des Supernova-Rests sind ganz zart im Hintergrund sichtbar und auch der "Dengel-Hartel-5"-Emissionsnebel unten rechts tritt ganz langsam etwas mehr in den Vordergrund.

Hier mal ein Crop, die Belichtungszeit beträgt jetzt insges. 82x200s ohne Filter + 33x200s UHC-"Fehlversuch" = 6,39h:

LBN531 15crop

Der Plan ist jetzt: mehr Belichtung mit Optolong UV/IR-Cut und jede Menge Hα obendrauf. Heute sieht's trübe aus, lt. Wetterbericht habe ich evt. morgen eine Chance...

02.11.2021

Nach einer langen Phase mit entweder sehr prominentem Vollmond oder sehr schlechtem Wetter hatte ich gestern Nacht Glück.
Ich hatte mein Gerödel zwischenzeitlich abgebaut - zum Glück war es sehr früh dunkel und ich konnte schon recht früh am Abend mit dem Einnorden der Montierung beginnen.
Ich mache das mit dem Polemaster und das klappt normalerweise sehr gut und sehr genau. Aber diesmal: Polemaster Kamera da - Polemaster Kamera weg - Polemaster Kamera da - ...
Ich habe nach einigem Hin-und Herstecken festgestellt, dass es am USB-Kabel der Kamera liegt. Beim Polemaster ist das kameraseitig ein verschraubter Mini-USB-Stecker. Zum Glück gab' es ein
weiteres Gerät mit Mini-USB (das letzte seiner Art...) in meinem Fundus: die Canon EOS200D. Mit dem Kabel der Canon konnte ich den Polemaster schließlich zum Einnorden der Montierung überreden - irgendwas ist ja immer...
Eigentlich war mein Plan für heute "Pferdekopf und Flamme". U.a. um endlich mal beides auf ein Bild zu bekommen hatte ich mir mein APO gekauft.

Für den Orion habe ich zwei Alternativen: entweder mein Gerödel mittig auf den angrenzenden Acker transportieren oder die kleine Lücke zwischen Nachbars Bäumen und unserem Haus nutzen und die Montierung auf der Auffahrt aufbauen.
Aus Faulheit habe ich mich für Variante 2 entschieden - in meiner Skycam konnte ich sehen, dass der Orion zur Zeit ab ca. 1:30Uhr durch die Lücke fliegt.
Also brauchte ich bis 1:30Uhr einen "Lückenbüsser" und hatte mich - nach Abgleich im Stellarium - für den Vdb 152 entschieden.

Vorweg: der Nebel ist 'ne harte Nuss, das Entsternen hat z.B. ganz schlecht funktioniert. Ich konnte immerhin 82x200s= 4,55h belichten.
Das reicht aber scheinbar bei weitem nicht - ich werde bei nächster Gelegenheit ein paar Photonen auf das Bild draufkippen:

LBN531 1

Aufnahmedaten:

Datum: 01./02.11.2021
Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 82x200s ohne Filter/RGB = 4,55h | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 28 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

Als es dann endlich soweit war mit dem Pferdekopf habe ich mich für eine 20s-Belichtung entschieden um den Alnitak nicht so ausbrennen zu lassen. Wie sich herausstellt, war auch das schon zuviel.
Auch für dieses Bild werde ich weiterbelichten und vor allem noch eine gute Prise Hα in die Rührschüssel geben. Zwischendurch zogen immer mal wieder Wolken durch und die letzten 10 Frames zeigten zusätzlich zum Nebel unser Hausdach.
Immerhin konnte ich 250x20s=1,38h verwerten. Hier die "Vorab-Version":

IC434 APO 5

Aufnahmedaten:

Datum: 02.11.2021
Teleskop: Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet | Kamera: ASI294MC Pro Color-Kamera | Belichtung: 250x20s ohne Filter/RGB = 1,38h | Bin: 1x1 | Temp: -10°C | Gain: 121 | Offset: 30 | 28 Darks | je 60 Flats und Darkflats | 30 BIAS

 

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